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Montag, 22. Januar 2018 - wechselnd bewölkt, kurze Schauer, bis 30°
Um 5.30 Uhr treibt mich der Tagesanbruch aus dem Bett. Ich schlüpfe in die Badehose und tauche in den um diese Zeit verlassenen Pool. Wie überall an solchen Orten, verkündet eine Tafel, was alles ge- und verboten ist - die Liste ist lang. Nach dem Frühstück bringt uns der Twingo zum Ende einer Strasse oberhalb von Papeete. Die Orientierung ist nicht ganz einfach, denn zu unserem Ziel, das ich auf einer Karte im Smartphone entdeckt habe, gibt es keine Wegweiser. Zudem existieren für das Navi keine Karten dieser Inseln, aber dank GPS auf dem iPhone kann mir Margrit sagen, wo ich abbiegen muss. Keine leichte Aufgabe für sie, die sich mit allen Arten von Elektronik schwertut. Vielleicht wird in Zukunft auf solchen Touren eher sie das Steuer übernehmen und ich die Navigation. Auf einem breiten Waldweg wandern wir eine halbe Stunde weit zu einem hohen weissen Kreuz hinauf, wo sich eindrückliche Sicht auf Stadt und Hafen bietet. Zwei Kreuzfahrtschiffe liegen am Pier, und draussen sucht sich ein Tanker einen sicheren Weg durch das Korallenriff. Auch die Abfahrt einer Fähre nach Mo'orea, das heute fast wolkenfrei ist, können wir beobachten.
Nächstes Ziel ist der Carrefour-Supermarkt in Arue, der weniger als einen Kilometer von unserer Wohnung entfernt ist. Der Laden hat die üblichen gigantischen Ausmasse; entsprechend mühsam ist die Sucherei. In der „Vini"-Filiale im gleichen Komplex lasse ich mir eine lokale Simcard in eines der alten Handys einsetzen, da der internationale Travelsim-Zugang, der in rund 200 Ländern funktioniert, hier leider streikt und die Schweizer Zugänge furchtbar hohe Roaminggebühren (Fr. 4.30 pro Minute) verrechnen. Nachdem ich ihr meinen Ausweis gezeigt habe, fragt mich die polynesisch aussehende Angestellte, aus welchem Teil der Schweiz ich sei. Sie habe eine Zeitlang in Zürich gewohnt, sagt sie dann; ja, sie spreche schwyzerdütsch! So klein ist heute die Welt...
Den Nachmittag nutzen wir zu einem Ausflug, der uns vom nächsten östlichen Dorf Mahina bergwärts führt. Auf der „Carte Touristique" (in Papierform) entdecke ich eine Rundstrecke mit vier Aussichtspunkten. Wieder hilft das iPhone bei der Orientierung, obwohl auf seiner Karte die Strassen ziemlich anders verlaufen... Die Aussichtspunkte mit Parkplatz, die ich mir vorgestellt habe, scheint es als solche gar nicht zu geben. Etwas genervt kehren wir in einiger Höhe um, erleben einen kurzen Schauer und finden an einer Seitenstrasse dann doch eine Stelle, wo wir den Ort Mahina und die Halbinsel mit der „Pointe Vénus" unter uns haben. Die Zeit reicht noch, um jene Stelle aufzusuchen, wo James Cook 1769 seinen Auftrag ausführte, den Durchgang der Venus vor der Sonne zu beobachten. Hier wurde inzwischen eine schöne Parkanlage angelegt, und ein Denkmal erinnert an dieses Ereignis. Ein weiteres Monument erzählt von den evangelischen Missionaren, die im Laufe des 19. Jahrhunderts den pazifischen Inseln ihre Religion aufdrängten. Auch steht hier ein eindrucksvoller, 1867 erbauter Leuchtturm mit quadratischem Grundriss. Daneben können wir zwei Frauen zusehen, wie sie aus Kokospalmwedeln Matten flechten. Der breite, dunkelgraue Strand bietet herrliche Sicht zu den Anhöhen und der Insel Mo'orea.
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