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Dienstag, 6. März 2018 - stark bewölkt, 25°
Es ist üblich, solche Unterkünfte genau so zu verlassen, wie man sie angetroffen hat. Aus dem Staubsauger, den Margrit in Betrieb setzt, riecht es etwas streng, aber er erfüllt seinen Zweck. Catherine erscheint nicht, um zu kontrollieren oder uns zu verabschieden, aber wir halten uns selbstverständlich an die Regel. Die Fahrt nach Rotorua unterbrechen wir für ein Wiedersehen mit den Huka Falls bei Taupo. Eine viertelstündige Wanderung auf dem Huka Falls Walk bringt uns zu dieser Sehenswürdigkeit. Ein schöner Wasserfall, über den eine Menge Wasser herabstürzt und bläulich-weissen Schaum erzeugt. Er erinnert uns ein bisschen an den Rheinfall, nur dass dieser dreimal so hoch und zwanzig Mal so breit ist. Obwohl der Parkplatz voll ist, treffen wir keine grossen Touristenmassen an; die Anwesenheit von asiatischen Touristen und arabischen Frauen zeigt aber, dass es sich um eine wichtige Attraktion handelt. Unweit davon zieht sich ein metallisches Röhrengewirr durch die Gegend, aus dem es da und dort herausdampft. Es gehört zum geothermischen Kraftwerk von Wairakei. Mittag machen wir auf einem schattigen Picknickgelände an einem breiten Fluss - dem Huka River? Die Karte gibt keine eindeutige Auskunft. Ich spreche mit einem älteren schwedischen Paar in einem schönen Maui-Camper, der neben uns hält. Die Leute sind für nur drei Wochen nach Neuseeland geflogen: 10 Tage Nord-, 10 Tage Südinsel. Ein bisschen hektisch, finden wir.
Der nächste Abstecher geht zum „Kerosene Creek", einem warmen Bach, in dem man baden kann. Wir besuchten diesen Ort vor 17 oder vor 32 Jahren (?). Ausser drei oder vier Maori-Damen, die uns mit „Hello, come in, it's wonderful" empfingen, waren wir damals die einzigen Besucher. Jetzt schwant mir schon auf der zwei Kilometer langen Schotterpiste Schlimmes, als uns mehrere Fahrzeuge entgegen kommen. Und wirklich: Auf dem staubigen Parkplatz stehen gewiss ein Dutzend Autos und Camper, und es herrscht ein Gewusel. Wie viele Menschen tummeln sich wohl in dem Pool? Ich will uns die schöne Erinnerung nicht verderben und wende sogleich. Ach, Neuseeland wird heutzutage dermassen von Touristen überrannt, dass nicht nur an den bedeutenden Sehenswürdigkeiten Massenbetrieb herrscht, sondern inzwischen auch an solch naturbelassenen, abgeschiedenen Orten.
Ein halbe Stunde später, nach einigen Kilometern Stadtverkehr, biegen wir auf den Parkplatz des Pak'nSave von Rotorua ein. In diesem Laden stosse ich zum wiederholten Mal auf ein Beispiel für die schlampige Arbeit, die hier oft genug geleistet wird: Vor einem Verkaufstisch ein grosses Schild: „Dark Fruit Cake $ 3.99". Die meisten dieser leckeren Kuchen sind aber mit $ 4.99 angeschrieben, nur ein paar wenige mit $ 3.99. Ich nehme an, die billigeren Kuchen waren fast alle verkauft, und nun füllte man einfach mit teureren auf. Ob absichtliche Irreführung des Kunden oder einfach Schlamperei dahinter steckt? Ich vermute mal letzteres. Das Gewicht des Produktes wird übrigens geheimgehalten. Den Kuchen (für 3.99) lassen wir uns trotzdem sehr gut schmecken!
Kurz vor 16 Uhr erreichen wir das Privathaus des jungen Chinesen Tim, der uns in seine Airbnb-Zweitwohnung eintreten lässt. Das Haus ist anscheinend recht neu, die Wohnung blitzblank, funktionell und etwas nüchtern. Margrit findet, in der „Bätsch" habe es ihr besser gefallen. Aber hier gibt es einen Tisch und zwei bequeme Stühle!
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