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Mittwoch, 7. März 2018 - bedeckt, Schauer, 23°
Falls wir eines der teuren Thermalgebiete aufsuchen, warten wir auf das bessere Wetter, das ab übermorgen vorhergesagt wird. Für einen Besuch am See und in den Government Gardens wäre zwar Sonnenschein auch schöner. Von unserem Vorort Pukehangi bis zum Seeufer beim War Memorial Park sind es mit dem Auto gut 5 Kilometer. Eindrücklich, wie sich diese Städte ins Land hineinfressen, wenn jeder im eigenen Haus wohnen will. Der See wirkt etwas grau und trist; die Ufer rund herum sind kaum zu sehen. An einem Pier dümpelt die „Lakeland Queen", ein den Mississippidampfern abgeguckter „Sternwheeler". 50 Meter draussen im See wartet ein Wasserflugzeug vergeblich auf Passagiere für einen Rundflug. Grosse Entenschwärme, Möwen und schwarze Schwäne bevölkern See und ufernahe Rasenflächen. Wir wandern dem See entlang um eine Halbinsel herum, auf der ein Golfplatz angelegt wurde. Bald steigt uns Schwefelgeruch in die Nase, und wir gelangen zu einem Thermalgebiet direkt am See mit grösseren und kleineren, dampfenden Becken. Zu früheren Zeiten soll darin frei gebadet worden sein; heute führt ein eingezäunter Weg durch das Gelände, vor dessen Betreten gewarnt wird. Wir nähern uns dennoch einigen der Pools, in denen es heftig sprudelt. Die Hitze unter der Oberfläche muss gewaltig sein und wirkt irgendwie schauerlich. Durch Buschwerk führt der Weg um das prachtvolle alte Badehaus herum in die Government Gardens, einen herrlichen, sehr gepflegten Park mit Bowles-Flächen, wo anscheinend der Damenclub gerade ein Turnier abhält. Das Badehaus beherbergt heute das Museum, aber danach wäre uns trotz des langsam einsetzenden Regens auch dann nicht zumute, wenn es derzeit nicht geschlossen wäre. Wir werfen einen Blick in das von einer Mauer geschützte Blue Bath, einen kreisrunden, bläulichen, dampfenden Felsenpool. Aussen an der Mauer wurde vor langer Zeit die Wassertemperatur angeschrieben: 212 Grad Fahrenheit, also 100 Grad Celsius. Ob das heute noch zutrifft, können wir nicht überprüfen. Daneben ist das Klubhaus der Bowles-Damen, die sich nun zum geselligen Mittagspicknick einfinden. Wir bewundern die prächtig angelegten Blumenbeete, und Margrit fällt auf, dass sie durch Petersilienflächen unterbrochen sind, was sehr dekorativ wirkt. Ein stärkerer Regenguss zwingt uns endgültig zum Aufspannen der Schirme, während wir zum See und diesem entlang zum Camper zurückkehren.
Am Nachmittag haben wir wenig Lust auf weitere Unternehmungen und bleiben zu Hause.
(Foto: Government Gardens und altes Badehaus in Rotorua)
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