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Hola amigos
Mein Peru-Bolivien Abenteuer startete am Mittwoch, 21. Dezember 2011, also genau ein Jahr bevor der Mayakalender endet (http://www.g-o.de/dossier-472-1.html). Um 19 Uhr haette die Iberia-Maschine abheben sollen, haette sie nicht 1.5 Stunden Verspaetung gehabt. Fuer mich war dies kein Problem, da ich in Madrid ohnehin 3.5 Stunden Umsteigezeit hatte. Dies war jedoch nicht fuer alle Transfer-Pasagiere in meiner Maschine der Fall, so dass es einige lange Gesichter gab. Eines solches machte auch ich, als mir mitgeteilt wurde, ich muesste waehrend des Fluges fuer das Getraenk und Sandwich zahlen. Ich entschied mich somit lieber im Madrider Flughafen in ein Restaurant zu gehen. Dies entpuppte sich als nicht so einfach, hatten doch fast alle Verpflegungsorte bereits geschlossen ... bis auf eines. Nach mir wurde die Kasse geschlossen! Glueck gehabt :-) Ich ergatterte mir ein ueberteuertes Coca-Cola und ein Snickers.
Der Flug mit der LAN-Airline entpuppte sich als ein Gluecksfall (der LAN-Service ist besser als der von der Iberia). Das Essen war fein, das Entertainment-Programm inkl. Filmauwahl gut und die Beinfreiheit groesser als erwartet. Im Warteraum war ich mit einer Peruanerin ins Gespraech gekommen und obwohl in jedem Reisefuehrer steht, man solle nichts von Fremden annehmen, nahm ich ihr "Bonbon" an und verschlang es dann auch im Flugzeug. Kurz darauf war ich K.O!
Keine Angst, es waren keine K.O.-Tropfen im Spiel. Der lange Flug Madrid-Lima von 12 Stunden wurde dank ihrer Schlaftablette verkuerzt, wofuer ich ihr dankbar bin. Der groesste Teil des Fluges konnte ich somit schlafen, und die restliche Zeit genoss ich mit zwei maessigen Hollywood-Filmen. Der Landeanflug auf Lima ueber die verschneiten Anden war atemberaubend.
Anfangs blieb mir in Lima die Luft weg, nicht zuletzt wegen der neuen Umgebung und des Smogs. Meine Bleibe fuer die ersten zwei Tage ist im Quartier Miraflores, das "Betrachte die Blumen" bedeutet. In der Zwischenzeit waere der Name "Miracoche" angebrachter, was "Betrachte die Autos" heisst. Das Hotel ist toll, doch schon bald teilte mir mein Magen mit, er koennte Nachschub gebrauchen, also lief ich los. Ach ja, lokales Geld hatte ich ja noch nicht, und ich war mir auch nicht sicher, wieviel ich abheben sollte. Die Antwort gab mir schlussendlich der Geldautomat, wollte er doch nicht mehr als 700 Nuevo Sol ausspucken, was inetwa CHF 220.- entspricht. (Nuevo Sol bedeutet neue Sonne - habe noch nicht in Erfahrung gebracht, wem sie die alte Sonne verkauft haben - die Englaendern oder die Skandinavier, die im Winter gar keine Sonne haben, waeren sicher dankbare Abnehmer gewesen).
Mit einem dicken Portemonnaie ging es somit bei ca. 20 Grad auf die Suche nach dem heiligen Grahl ...aehm ich meine, nach einem feinen Essen. So schlenderte ich in den Strassen bis mir ein Restaurant ins Auge stach "Restaurante Suizo" ;-)
Naja, das erste Mal muss es ja doch auch wiederum nicht gleich ein Schweizer Restaurant sein, so dass ich mich fuer eine peruanische Gaststaette entschied - das Stueck Fleisch war riesig und definitiv nicht von einem Meerschweinchen, das eines der beruehmtesten lokalen Gerichte ist. Bin nicht sicher, ob ich dies versuchen werde, erinnert es mich doch sehr stark an mein liebes verstorbenes Chinchilla.
Im McDonalds wollte ich mir ein Vanille-Frappe leisten, doch hatten sie leider diesen Geschmack nicht. Als mir jedoch der Geschmack "oro" (=Gold) angeboten wurden, wurde ich doch recht stutzig. Mir ist wohl bewusst, dass die Spanier u.a. des Goldes wegen nach Suedamerika segelten, aber dass man gleich Gold in ein Frappe mixt, dies kam mir dann doch sehr spanisch vor. Es stellte sich dann heraus, dass der Geschmack "oreo" hiess, was ein beruehmtes amerikanisches Schokobiscuit ist ;-)
Gestaerkt ging es im Anschluss auf eine 3.5-stuendige Lima-Fuehrung, die sehr spannend war und an herrlichen Orten vorbei fuehrte. Mit der Plaza mayor mit dem Regierungsgebaeude, der maechtigen Kathedrale, dem Stadthaus und schmucken antiquen Gebaeuden starteten wir. Dann kletterten wir in die Katakomben von der Klosterkirche San Francisco, wo 24'000 Skelette gelagert sind und viele zu besichtigen sind. Ich gebe zu, dass es recht befreiend war, danach wieder an der "frischen" Luft zu sein. Draussen ueberraschte mich ein Samichlaus auf einem grossen Motorrad - er sah aus wie ein verkleideter Bankraeuber. Ich musste schmunzeln, als ich auf dem Motorrad "Policia" entziffern konnte. Als Samichlaus verkleidet auf Verbrecherjagd gehen - warum auch nicht? Wer wuerde schon einen Samichlaus fuer einen Polizisten halten?!
Nachdem wir eine antike Staette kurz besuchten, ging es zum Schluss zum bezaubernswerten "Parque de amor", wo eine massive Statue von einem kuessenden Paar steht, umrundet von farbenfrohen Blumen - ja, dort stimmt "Miraflores" :-) Sehr viele Paerchen imitieren die Statue oder schweifen eng umschlungen mit ihren Blicken ueber den Ozean, wo am Horizont die Sonne untergeht - richtig romantisch.
Weniger romantisch wurde frueher mit sehr huebschen Frauen umgegangen. Da Lima immer wieder Erdbeben erlebt und man diese frueher fuer ein Grollen der Goetter hielt, mussten diese besaenftigt werden. Also opferten die Einheimischen ihre besten Tiere und wundervolle Frauen. Maenner wurden weniger geopfert, wurden sie doch als weniger huebsch betrachtet. Als Mann bin ich natuerlich ueberzeugt, dass dies ein cleverer Schachzug von uns war, heutzutage haben wir aber aussehensmaessig aufgeholt ;-)
Am Ende der Tour wollte ich die schlechten Fotos loeschen, und da passierte es. Ich loeschte aus Versehen nicht ein einzelnes Bild, sondern alle auf meinem Digicam-Chip!!! Anfangs war ich echt sauer, doch dann beruhigte ich mich wieder. Es haette mir ja auch am Ende der Tour passieren koennen, was fuer mich eine Katastrophe gewesen waere.
Konsequenz: Kaum war die City-Tour zu Ende ging ich wieder zum "Parque de amor" und kam so doch noch zu einigen Fotos u.a. vom unterdessen noch viel schoeneren Sonnenuntergang.
Das Abendessen leistete ich mir im "Rosa Nautica", dem wohl schoensten Restaurant in Lima, das auf Stelzen im Pazifik mit einer Traumaussicht wirbt, und definitiv ein Erlebnis wert ist. So endete mein Start in mein Abenteuer Peru-Bolivien. Fortsetzung folgt.
Feliz navidad!
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