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Hola
Die 10-stuendige Nachtbus-Reise von Nazca nach Arequipa waere toll gewesen, haette ich nur ein paar Zentimeter mehr bis zum Fussraster gehabt. Die Peruaner sind einen Kopf kleiner als ich und dies ist nicht wegen den spanischen Eroberern (ab dem 16. Jahrhundert), welche die Einheimischen des oefteren gekoepft haben.
Trotz Muedigkeit entschloss ich mich eine 2.5 stuendige Touristenbusfahrt durch Arequipa zu unternehmen. Kaum aus dem Nachtbus wieder in einen Bus zu steigen, entpuppte sich nicht als die beste Idee, aber die Tour war trotzdem interessant.
Die Tour fuehrte mich u.a. in einen kleinen Zoo, wo Lamas, Alpakas und Vicunias ihr Dasein fristen. Die Alpakas hatte ich gerne ... an einer feinen Weinsauce waehrend des Abendessens. Dies war meine Revanche, hatte mich doch ein Alpaka (oder war es doch ein Lama?) versucht anzuspucken, doch verfehlte es mich - nicht aber den Spanier neben mir :-) Alpakas sind wirklich schoene Tiere und gut moeglich, dass ich den Winter in einem Alpaka-Pullover verbringen werde, wozu jedoch nicht ein zusaetzliches Tier wegen mir sterben muss.
Am folgenden Tag (28.12) sassen wir bereits wieder in einem Bus, der uns in den Colca Canyon brachte, der wegen seiner weltweit tiefsten Schlucht und den imposanten Kondoren bekannt ist. Die Flora und Fauna war in der Tat atemberaubend (naja, bei 4'000 Meter Hoehe auch kein Wunder), doch leider habe ich mein Wunschtier nicht getroffen. Nein, ich spreche nicht vom naechsten Essen, sondern vom Tier, das ich sehr gerne in seiner natuerlichen Umgebung gesehen haette. Einem Tourmitglied gelang es ein (leider unscharfes) Bild von einem Chinchilla zu schiessen!
Das Wetter war bis anhin gut, doch am spaeteren Nachmittag begann es zu regnen, und es wurde kalt, so dass wir uns entschieden, um nicht nass zu werden und uns zu waermen, im Thermalbad zu planschen und im Wasser einen Pisco Sour zu schluerfen. Die Hoehe und der Alk im Thermalbad waren die beste Voraussetzung fuer Kopfschmerzen, die aber bereits im Restaurant wieder verflogen waren. Dort wurde uns typische Andenmusik und eine kleine Tanzshow inkl. Einbezug von uns dargeboten - war toll.
Bis jetzt habe ich noch nicht an einem Meerschweinchen geknabbert, dafuer die beruehmtesten Getraenke schon gekostet - der bereits erwaehnte Pisco Sour und das Inca Cola, das hier mehr getrunken wird als alle anderen Softdrinks und wie Bubble Gum schmeckt sowie durch seine leuchtend gelbe Farbe auffaellt. Ich mag beide Getraenke, auch wenn sie gewoehnungsbeduerftig sind. Speziell sind auch die Flaschengroessen der Softdrinks, die ueberhaupt nicht einheitlich sind, auch nicht beim gleichen Getraenk. Die bisher gesehenen Groessen fuer ein kleines Softgetraenk sind: 276ml, 295ml, 296ml, 333ml, 410ml, 500ml.
Von der Tourmitgliedern habe ich mich speziell mit Magnus, einem 31-jaehrigen Norweger, angefreundet, mit welchem ich auch einen Schachwettkampf startete. Am 29. Dezember fuhren wir um 6.30 Uhr in Richtung Arequipa los, was auch der Startpunkt fuer die erste Schachpartie war. Einmal mehr wurde mir gnadenlos aufgezeigt, dass ich dann noch nicht zu Hoechstleistungen tauge und folgedessen verlor. Die zweite Partie startete auch nicht viel besser, doch mit dem Groesserwerden meiner Augen wurde ich besser und konnte die Partie noch kehren. Die dritte Partie gestaltete sich als harter Kampf, bei welchem ich das gluecklichere Ende behielt.
Am spaeteren Nachmittag erkundete ich alleine das Nonnenkloster Santa Catalina in Arequipa, das wie ein kleines Dorf in der Stadt aufgebaut ist inkl. Strassennamen, die nach spanischen Staedten benamselt sind. Nach verschiedenen Erdbeben wurde es ab ca. 1980 restauriert und sieht nun richtig schmuck aus. Es war ein spartanisches Leben, das die Nonnen fuehrten, und ein Leben nur fuer Gott waere bzw. ist nichts fuer mich.
Fuer das Abendessen goennte ich mir ein 3-Gang Menue inkl. Schokoladenkuchen zum Abschluss sowie zwei hochprozentige Pisco Sour fuer gerade mal CHF 9.-!
Anschliessend wollte sich Magnus mit mir bei 5-Minuten Schachwettkaempfen messen und um seine Chancen zu erhoehen, gab er mir noch ein Bier. Sein Plan ging nicht auf, sondern er verlor seine beiden Partien sang- und klanglos. Vielleicht sollte ich mir bei den naechsten Partien auch zuerst einen oder zwei Drink genehmigen ;-)
Die Nacht war trotz Drinks und der Hoehe sehr erholsam, nicht zuletzt da wir ausschlafen konnten. Zum Morgenssen gab es sogar Crepes - was fuer ein Start in den 30. Dezember, der uns am Nachmittag per Flugzeug nach Cusco fuehren wird.
Ich wuensche dir von Herzen einen guten Rutsch ins 2012 und dass das neue Jahr dir viel Freude bereiten wird.
Hasta el proximo año!
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