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Rundfahrt um die Coromandel-Halbinsel
Mittwoch, 14. Februar 2018 - auf den Höhen Wolken, sonst sonnig, 26°
Wie schön, endlich mal wieder ein sonniger Morgen. Wir machen uns an die Fahrt rund um die Coromandel-Halbinsel. Bald sind wir an der Küste des Firth of Thames, der grossen Bucht, die sich vom Hauraki-Golf nach Süden zieht. Bei einem ersten Halt an einem Strand-Picknickplatz stellen wir fest, dass hier ein Gratis-Stellplatz für Wohnmobile ist - mit strenger Reglementierung, wo genau man sich niederlassen darf und für wie lange. Gerade mal eine Nacht, Abfahrt am Morgen spätestens um 9 Uhr. Aber immerhin, man darf. Eine sehr nützliche Einrichtung sind auch die vielen öffentlichen Toiletten mit Hinweisschildern an der Strasse. Da sollte sich Europa ein Beispiel nehmen. Auf der Weiterfahrt ist die Strasse auf der Meerseite mit tausenden der orangen „Hütchen" geschmückt. Ein kürzlicher schwerer Sturm hat den Strassenrand stellenweise beschädigt. Wo man noch am Ausbessern ist, wird der Verkehr durch „Flagmen" geregelt. Die Geschwindigkeit ist meist auf 50 km/h begrenzt, oft sogar auf 30. Zudem ist die Strasse ohnehin schmal, so dass wir nur langsam vorankommen. Irgendwo geht es dann kurvenreich auf die Höhen, von Aussichtspunkt bieten sich herrliche Panoramen dieser Küste mit den vielen kleinen Inselchen davor. Im Touristenort Coromandel steigen wir auf dem Kauri Block Walk in einer Viertelstunde zu einem Aussichtspunkt hinauf: Hübsche Sicht auf das Dorf und die Buchten und Inseln. Nach einem Picknick in einem kleinen Park fahren wir wieder südwärts und schwenken auf die „309 Road" ab, die quer über die Halbinsel an die Ostküste führt und grösstenteils ungeteert, aber in akzeptablem Zustand ist. Lohnende Anhaltepunkte sind unterwegs der liebliche Waiau-Wasserfall sowie der Weg zum Waiau Kauri Grove. Einige mächtige Exemplare dieser beeindruckenden Bäume sind der rücksichtslosen Abholzung entgangen, die von 1870 bis etwa 1930 hier betrieben wurde. Besonders sehenswert ist der Zwillings-Kauri, wo zwei Bäume aus dem gleichen Wurzelstock gewachsen sind und „Siamese Kauris" genannt werden. An der Ostküste liegt die berühmte Hot Water Beach, wo wir beim ersten Besuch vor Jahrzehnten Kuhlen in den Sand buddelten, um im herausrieselnden warmen Wasser zu baden. Damals trafen wir dort vielleicht ein Dutzend Besucher an; inzwischen sollen es täglich hunderte sein. Wie in einem vollen Freibad, steht im Reisebuch. Grund für uns, da nicht nochmals hinzufahren. Eher interessiert uns die Cathedral Cove, wo ein grosser Felsbogen auf einen Strand hinaus führt, mit Sicht auf vorgelagerte Felsen. Doch auch hier hat leider der Massentourismus zugeschlagen: Man muss sich 5 Kilometer vor der Bucht auf einen riesigen Parkplatz stellen und sich mit einem Shuttle-Bus hinbringen lassen. Die vielen Autos auf dem Parkplatz lassen uns Übles ahnen, deshalb verzichten wir auch hier. Das fällt uns leicht, denn es gibt hier so viele andere lohnende Ziele. Statt dessen steuern wir das Dorf Tairua an und besteigen den Puka Hill, einen kleinen, alten Vulkan, von dessen Spitze sich ein herrlicher Rundblick zu den prächtigen Stränden bietet. Dann aber haben wir für heute genug. Eine knappe Stunde dauert die Rückfahrt auf guter, teils schneller Strasse über den Kirikiri-Sattel zurück nach Ngatea.
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