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Tag 55 (1. Advent, -25 Tage):
Die bisher günstigste Übernachtung in den USA tat der Erholung keinen Abbruch, umso mehr als das Frühstück überraschend üppig ausfiel. Vollgegessen umfuhren wir noch etwas unsere heutige Gaststadt St. George, standen aber bei der Touristeninfo aufgrund der mormonischen Öffnungszeiten vor geschlossenen Türen. Bevor wir die Stadt Richtung Zion National Park verliessen, tankten wir noch unser Auto auf wobei wir uns eher über die wahnsinnig langsame Zapfsäule (ca. 0.001 Gallone / Sekunde) als über den Spritpreis von ca. 80 Rappen / Liter ärgerten.
Auf dem Weg in den National Park wurden wir erneut von der schnell ändernden Landschaft überrascht. Praktisch um die Ecke änderte sich das Bild von Wüste mit kargen Feldern und Hügeln zu einem einigermassen grünen Tal mit hohen roten Felsen rundherum. Dank des wolkenlosen Wetters und der klaren Luft hatten wir einen herrlich weiten Blick über das ganze Tal. Als Sonntagsspaziergang hatten wir uns eine Wanderung entlang des Virgin Rivers ausgesucht. Dieser führte uns vom Ende der befahrbaren Strasse noch weiter in den Zion Canyon. Auf dem Weg trafen wir für einmal auf einige Mitwanderer, konnten aber auch Eichhörnchen und einen Elch beobachten.
Der Weg aus dem Canyon hinaus zu einem Aussichtspunkt, führte über eine herrliche Passstrasse, welche wir aber aufgrund der amerikanischen Übervorsicht nur mit Kriechgeschwindigkeit befahren durften. Hinzu kamen noch andere Mit-Strassen-Benutzer welche anscheinend das erste Mal eine kurvige Strecke befuhren. Der Höhepunkt war dann ein enges, unbeleuchtetes Tunnel, vor welchem aber bereits vier Meilen im Voraus gewarnt wurde (Dark Tunnel ahead, Remove Sunglasses, Turn Light On). Dies hielt den vor uns fahrenden Bergspezialisten aber nicht davon ab unbeleuchtet im Zick-Zack-Kurs durch das Tunnel zu schleichen.
Endlich am Ende des Tunnels angekommen, machten wir uns zu Fuss auf den Weg zu einem Aussichtspunkt von dem man praktisch den ganzen Canyon überblicken konnte. Dies war wieder einmal eine herrliche Erfahrung. Trotz des nicht ganz einfach begehbaren Weges liess sich eine Eingeborene nicht davon abhalten, diesen Weg mit Flip-Flops zu beschreiten. Auf dem Rückweg, wir waren fast schon wieder am Ausgangspunkt angelangt, sahen wir auf der gegenüberliegenden Strassenseite eine kleine Herde Bergziegen. Diese liessen sich von National-Park-Besucher und Autos nicht beeindrucken und grasten ganz unbekümmert weiter. Kurz darauf, wir fuhren bereits wieder, spazierte eine weitere Ziege ohne nach links und rechts zu schauen einfach über die Strasse.
Zu unserem heutigen Übernachtungsplatz haben wir es danach ohne Wildwanderer ,dafür mit einem Vorgeschmack auf den morgen auf dem Programm stehenden Bryce Canyon geschafft. Es gibt hier in der Umgebung einige Steintürme, welche ganz eigenartig aus den Hügel- oder Bergketten hervorstehen.
Liäbi Grüäss i d'Schwiz ond bis moon,
Tabea & Andreas
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