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Langes Ausschlafen und früher Abholtermin = Stress am Morgen und beim Frühstücksbuffet.
Aber nachdem ich gestern Abend meine ganze liebe Familiy in der Eifel vor dem Homecomputer am Skype sitzen hatte, wollte ich garnicht aufhören per Skype-Videotelefon zu telefonieren.
So wurde es reichlich spät.
Aber gelernt ist gelernt.
Wie man 25 Minuten nach dem Aufwachen komplett parat und gefrühstückt zur Abholung bereit steht habe ich ich schon öfters praktiziert.
Heute also wieder.
Und so saß ich um Punkt 10:00 Uhr im Wagen von Mister Nengah Yastika und die private Inseltour begann. Nach einer knappen Stunde in Richtung Norden zeigt mir Nengah ( Für den ich übrigens "Gerald" heisse, weil "Gerd" können die Leute hier nur sehr schwer wiedergeben ) die Hindu Tempelanlage von Bangli.
Jeder Tourist bekommt hier einen Sarong (Wickelrock) umgebunden und kann dann die Tempelanlage betreten um zu staunen und zu fotografieren. Die Tempelanlage bestehet aus mehreren Schreinen, einem Tempelmusikhaus mit Gongs, Xylophonen usw.
Die Opferschälchen können Gläubige ebenfalls fertig dort kaufen, ein paar Rupien dazulegen und beim entsprechenden Gottesschrein ablegen. Mein Tourguide hatte auch schon ein Opferschälchen auf dem Armaturenbrett und an seinem Rückspiegel baumelte ein Amulett mit Ganesha drauf, dem Gott mit dem Elefantenkopf.
Da ich nicht mehr alles zusammenbekomme, was mir Nengah über Hinduismus erzählt hat, nur soviel. In Bali gibt es das Kastenwesen mit 5 Kasten, aber liberalisiert, Hindus glauben an Reinkarnation und geben sich deshalb Mühe gute Menschen und Gläubige zu sein, geopfert wird normalerweise einmal pro Tag.
Es gibt in jeden Ort drei Tempel, einen für Zeremonien, einen für den normalen Opfergang und Andachten und einen für Einäscherungen von Verstorbenen.
Nicht alle Tempel können von Touristen besucht werden.
Es gibt vier maßgebliche Götter und diese können aber in verschiedenen Gestalten und unter variienden Namen auftreten.
Den Rest werde ich zu Hause mal in Ruhe nachlesen.
Der Bangli Tempel wurde um 890 erbaut, ist also schon ein echt
antiker Tempel.
Am Ausgang gibt man den Sarong ab und spendet ein paar Rupien in die Tempelkasse und fertig.
Weiter ging es danach in Richtung Mount Batur mit dem Penelokan Kratersee auf knapp 1700 Meter Höhe.
Es wurde etwas weniger warm, weil kühler wäre übertrieben ausgedrückt.
Eine weitere Sehenswürdigkeit waren die kunstvoll angelegten Reisterassen, die aufgrund von aktueller "Touri-Chinesen" Übervölkerung nur kurz im "Jump off- jump on" Verfahren von mir fotografiert wurden. Rushhour in den Reisfeldern. Die nächste Station war dann eine Kaffeerösterei mit eigenem Kaffee- und Gewürzgarten. Zimt, Bali-Ingwer, Kakao usw. wurde hier ebenfalls in einem großen Wildgarten angebaut.
Ich habe Ingwertee, Lemontee, Kaffee mit Ingwer, Balikaffee und Kaffe mit Kakao probiert.
Alles aus heimischer Produktion und selber geröstet und zermahlen. Heisswasser drüber und warten bis der "Schlick" sich setzt. Hmmmm - lecker !
Für umgerechnet 3,50 Euro kann man dann aber auch noch die Spezialität des Hauses trinken.
Vollreife rote Kaffeekirschen werden von einer heimischen Meerkatze (sieht aus wie ein Iltis mit Glupschaugen) verzehrt und im Inneren dieses Tieres wird das rote Fruchtfleich vom Katzenmagen verdaut, aber die hellen Kaffebohnen nicht. Der Rest ist Biologie.... Diese Kaffeebohnen werden also NICHT vom Strauch gepflückt. Dann werden die Bohnen gewaschen (hoffentlich) und geröstet. Das Ergebnis ist, exklusiv und schmeckt sogar wie guter Kaffee. 100 Gramm davon kosten, trotz Balipreisniveau stolze 30,- Euro. Ich warte lieber bis es die bei uns als Nespresso-Kapseln gibt, vielleicht in der Kapselfarbe "kackbraun" - Wer weiss ... Auf jeden Fall eine Story zum "Cosmopoliten-Angeben" bei diversen Kaffeenachmittagen in Deutschland - Yeah I did it !
Das Wetter war mittlerweile schon sehr zugezogen und ein paar Minuten später saßen Nengah und ich wortwörtlich am Kraterand und schauten uns den Kratersee, die Lavehalden und die grünen Tuffsteinhügel im Krater des Mount Batur an, der erst um 1940 herum seinen letzten "Schneuzer" machte und dabei leider knapp 1000 Balinesen starben.
Der Kraterrand bestand aus einer Ess-Theke und hinter uns war ein Buffet-Restaurant, an dem wir uns bedient haben und die Teller einfach vor uns hinstellten und beim genüsslichen "Spachteln" dem Vulkan in den Topf guckten.
Eine tolle Aussicht !
Auf dem Weg zurück nach Süden
sahen wir uns in Sangeh noch den Monkeyforest an, der eigentlich eher ein großer tropischer Stadtgarten ist mit Wasserfall und Banyantree-Lianen, sowie einer kleinen Tempelanlage, ist.
Die Affen sind natürlich ohne jede Scheu und ziemlich verspielt und verfressen. Man kann hier die kleinen Balibananen kaufen und den Affen spendieren.
Die Affen quetschen die Bananan dann aus und schmeissen die leeren glitschigen Schalen einfach auf die Wege. Also hier ist wirklich Rutschgefahr. So: Watch you step.
Im Anschluss an dieses tierische Vergnügen ging es weiter nach Süden durch jede Menge Handwerkerorte, in denen mit großer Kunstfertigkeit alle die Skulpturen aus Holz, Tuffstein, Messing etc. hergestellt werden, die bei uns zu Hause in den India-Krishna-Budda Shops mit 3000 Prozent Handelsspanne verkauft werden. Vom Riesenbudda für den Garten, bis zum "Ganesha-Aschenbecher" (sprecht das mal ganz schnell hintereinander :=)
Hier hätte man ein echtes Schnäppchen machen können, wenn da nur die Luftfrachtkosten für einen 2 Tonnen Tuffstein-Garten-Budda nicht so verdammt hoch wären.
Das nächste Mal komme ich mit dem Skoda-Kombi wieder, versprochen.
Gegen halb sechs abends lieferte mich Nengah wieder am Hotel ab und wir verabredeten uns noch für einen kleine Tour morgen Nachmittag zum Felsentempel von Uluwatu und einem Sundowner am Jimbaran Beach.
Ich bin mal gespannt wie das so wird ...
Bis dahin salam admalam
Gerd
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