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Die Karangahake-Schlucht, die Martha-Goldmine und Weiterfahrt nach Tauranga
Samstag, 17. Februar 2018 - zunehmend bewölkt, bis 28°
Unsere Gastgeberin Claire teilt mit, sie könne erst um elf Uhr kommen. Da wir schon kurz nach neun Uhr abfahren wollen, deponieren wir den Schlüssel in dem winzigen Safe neben der Tür, dem wir ihn vor vier Tagen entnommen haben. Der Morgen ist noch recht sonnig, obwohl sich über den Coromandel-Höhen zunehmend Wolken bilden. Auf schneller Strasse erreichen wir über den quirligen Ort Paeroa nach einer guten halben Stunde die Karangahake-Schlucht, wo wir neben der „Hall" parkieren. Hier beginnt der Historic Walkway dem Fluss entlang. Zunächst verläuft der Weg gegenüber der stark befahrenen Strassen, doch schon nach einer Viertelstunde treffen wir auf den Seitenarm und folgen diesem in eine enge Schlucht hinein. Hier kommen uns viele junge Leute entgegen, die durch die Tunnels auf der andern Flussseite gewandert sind. Auf diese Route verzichten wir, da die Tunnels unbeleuchtet sind. Statt dessen kehren wir zum Hauptfluss zurück und folgen diesem weiter aufwärts, vorbei an felsigen Stellen mit Stromschnellen, bis zur ehemaligen Eisenbahnbrücke und dem Eingang des 1,1 km langen Tunnels, der zum Ausgangspunkt zurückführt und beleuchtet ist. Diese einstige Bahnlinie wird auch von Radlern benützt, die uns im Tunnel begegnen.
Wenige Kilometer weiter flussaufwärts ist Waikino, von wo ein 6,5 km langes Stück der alten Bahnlinie für Touristen in Betrieb ist. Es führt bis in den grösseren Ort Waihi, und ich hatte diese Fahrt ins Auge gefasst. Aber auf der Google-Karte habe ich gesehen, dass die Gleise unmittelbar neben der Strasse und später durch Farmland verlaufen, was nicht besonders attraktiv ist. So bekommen wir nur den herausgeputzten alten Bahnhof von Waikino mit, als wir daran vorbeifahren. In Waihi ist die Martha-Goldmine sehenswert, ein gigantisches Loch in der Erde am Stadtrand. Ein Mann, den ich danach frage, gibt mir auch einen Tip für das Mittagspicknick: Ein hübscher Park mit Weiher, Kinderspielplatz und Picknicktischen. Wir hatten vor, den Rundweg um die Mine zu gehen, fühlen uns aber nicht fit genug und begnügen uns mit einem kleinen Teilstück. Die Schwüle des Mittags macht uns zu schaffen; ich kämpfe zudem seit drei Tagen mit einer Erkältung. Die Mine musste vor drei Jahren stillgelegt werden, weil ein grosses Stück des Randes als Bergsturz auf den Grund gerutscht ist. Als hässliches Relikt steht oben noch die Betonruine einer Pumpenanlage. Margrit hat den Wunsch, sich im Charity Shop der Heilsarmee umzusehen, aber er ist um halb zwei Uhr bereits geschlossen. Nach einem Schaufensterbummel an der Hauptstrasse setzen wir die Fahrt nach Tauranga fort.
Dorthin sind es noch 60 Kilometer, und da wir etwas früh dran sind, halten wir unterwegs im Te Puna Quarry Park, wo in einem alten Steinbruch ein netter Park mit Spazierwegen eingerichtet wurde. Nochmals unterbrechen wir die Fahrt, um im „Countdown"-Supermarkt am Stadtrand einzukaufen. Zehn Kilometer weiter, auf der andern Stadtseite im Vorort Welcome Bay, führt uns das Navi punktgenau zu unserer Airbnb-Wohnung. Die Gastgeberin Carol begrüsst uns freundlich und zeigt uns unser Domizil für vier Tage. Das Schlafzimmer ist etwas klein, um so grosszügiger das Wohn- und Esszimmer, mit Holzdecke bis unters Dach. Die Gastgeberin und ihr Mann Bob bewohnen den andern Teil des Hauses. Vom Wohnzimmer haben wir schöne Sicht in den Garten, und Margrit ist glücklich, als dort ein zutraulicher grauroter Kater auftaucht.
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