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Nach dem etwas mühsamen überqueren des Zolls von Kambodscha nach Vietnam (Schmiergeldzahlung) nahm der Verkehr rapide zu, denn Vietnam hat im Vergleich zu den 15 Millionen Einwohner in Kambodscha gleich 90 Millionen Einwohner. Wir erreichten Chau Doc, unseren ersten Stopp in Vietnam nach einer 8 stündigen Busfahrt. Die Fahrt mit dem Minibus ging dem Mekong entlang mit hunderten von knallgrünen Reisfeldern. Uns wurde klar, dass Vietnam nicht ohne Grund als zweitgrösster Reis-Exporteur zählt. In Chau Doc besuchten wir mit einem lokalen Reiseführer die Floating Villages (Dörfer auf dem Mekong), welche uns total beeindruckten. Viele dieser Behausungen haben unter ihren Häusern eine eigene Fischzucht. So wird 20% des gesamten Fisches in Vietnam gewonnen.
Da in Vietnam auch der Kommunismus regiert, werden auf einigen Märkten die Nachrichten über Lautsprecher durchgegeben und kommunistische "Freiheits"- und Volkslieder werden nach den Nachrichten gespielt. Auch ist die kommunistische Fahne überall vertreten und manchmal hat man schon ein komisches Gefühl mit all diesen Eindrücken. In Vietnam mussten wir ebenfalls unsere Pässe im Hotel abgeben, was wir in Thailand, Laos und Kambodscha bis anhin noch nie mussten. Auf die Frage warum wir die Pässe abgeben müssen, antwortete das Hotelpersonal, dass sie jeden Abend mit allen ausländischen Pässen zur Polizei gehen müssen und es werde kontrolliert, was für Ausländer sich in dieser Region aufhalten.
Von Chau Doc aus fuhren wir mit einem vollgestopften lokalen Minibus dem Mekong entlang weiter nach Long Xuyen. Hier waren wir weit und breit die einzigen Weissen und wurden von vielen Seiten etwas skeptisch angestarrt. Jedoch hatten die Kinder jeweils riesige Freude und grüssten uns stolz mit dem einzigen Wort welches sie auf Englisch konnten „Hello"…
Als letzten Ort im Mekong Delta besuchten wir Can Tho, welches bekannt ist für den grössten Floating Market (Fluss Markt) in der ganzen Region. Wir nahmen an einer Tagestour teil, wobei wir bereits morgens um 5.30 Uhr starteten. Mit unserem eigenen Bootsfahrer waren wir den ganzen Tag auf dem Mekong entlang unterwegs und wir sahen für einmal mehr, wie extrem schmutzig dieser Fluss ist. Der Markt auf dem Fluss war sehr eindrücklich, denn viele dieser Boote sind bis zu Oberst mit Früchten, Blumen oder sonstigen Waren vollgestopft und das Verkaufen läuft direkt von Boot zu Boot.
Bevor wir uns in die Grossstadt Ho Chi Minh City (Saigon) begaben, entspannten wir uns noch für einige Tage in Vung Tau, welches am Südchinesischen Meer liegt. Im dortigen Hotel wurden wir zum chinesischen Neujahrsabend eingeladen und uns wurden einige für uns unbekannte Köstlichkeiten aufgedeckt. Jedoch war das Essen für die Vietnamesen sowieso nicht das Highlight, viel wichtiger war Ihnen das Bier trinken… Wobei die leeren Dosen einfach unter den Tisch geworfen wurden!! Wir waren ehrlich gesagt froh, die unbekannten Speisen mit viel Bier runter zu spülen, da Hunde, Raten, Schlangen usw. zu vietnamesischen Delikatessen zählen und uns niemand sagen konnte (oder nicht wollte) was wir essen! Nach diesem lustigen Abend mit viel Lachen (obwohl wir uns gegenseitig nicht verstanden) freuten wir uns auf einen Ort mit mehr Touristen, wo man auch wieder einmal Spaghetti oder Pommes Frites essen kann.
In der hektischen 7 Millionen Stadt Ho Chi Minh City wimmelt es nur so von Rollerfahrern und das Überqueren der Strassen wird zur Herausforderung. Es ist ein Wahnsinn zu sehen, was für ein riesiges Chaos auf der Strasse herrscht und wie es trotzdem funktioniert. Natürlich ist es nicht zu vergleichen mit dem Tempo in der Schweiz, aber das spielt hier ja auch keine Rolle. Wir buchten ein Hotel inmitten eines Touristenviertel und genossen für einmal wieder bekannte Speisen. Ho Chi Minh City ist eine sehr moderne Stadt mit vielen luxuriösen Einkaufszentren. Obwohl die Einkaufszentren auch für uns viel zu teuer sind, finden wir uns immer wieder in einem dieser Zentren um vor dem Schmutz, Lärm und der Hitze der Strasse zu entfliehen. Einer der Höhepunkte in Ho Chi Minh City war der Besuch zu den bekannten Cu Chi Tunnels, welche die Vietnamesen während des Vietnamkrieges bauten. Die Tunnels erstrecken sich auf einer Länge von 250km und dienten als Unterschlupf, Behausung und Fluchtweg während des Krieges. Uns wurden auch verschiedene Bambusfallen und andere primitive Waffen gezeigt, welche die Vietnamesen gegen die modernen Waffen der Amerikaner benutzten.
Für uns war Vietnam ein Land, welches unsere volle Aufmerksamkeit benötigte und wir viel Energie investieren mussten um Leistung zu einem angemessen Preis zu erhalten. Im Vergleich zu Thailänder oder Laoten versuchen die Vietnamesen die weissen Leute viel mehr um ihr Geld zu erleichtern. Für die meisten Dinge wie z.B. Früchte muss man stark um den Preis Handeln um nicht einen überteuerten Preis zu bezahlen. Allgemein war für uns in Vietnam die Stimmung nicht so relaxt und freundlich wie in den anderen südostasiatischen Ländern, die wir bereist haben. Für die einen ist es vielleicht eine Herausforderung, wir aber suchen am Ende unserer Reise eher das Gemütliche! Somit freuen wir uns auf Thailand, wo wir nochmals Strand, gutes Essen und die freundlichen Leute geniessen wollen.
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