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Hallo Freunde!
Oha, es ist echt schon wieder eine ganze Menge Zeit vergangen, seitdem ich mich das letzte Mal hier gemeldet habe!
Unglaublich aber wahr, ich habe es tatsächlich bis nach Hervey Bay geschafft, auch wenn die Fahrt recht unterhaltsam war. Alles begann damit, dass ich am Tag zuvor mitbekommen habe, wie der Busfahrer zu einigen meinte, dass er am heutige Tage nicht bis nach Hervey Bay kommen würde, einfach, weil die Straßen gesperrt seien. Ich habe also die ganze Nacht über die Daumen gedrückt, während ich dem Dauerregen zugehört habe. Am nächsten Nachmittag bin ich dann zur Busstation und habe gewartet. Als der Bus endlich kam, erklärte mir der Busfahrer (der selbe, der mich am Tag zuvor auch schon bis nach Noosa Heads gebracht hatte), dass er mich zwar mitnehmen könnte und er versuchen wollte, bis nach Hervey Bay zukommen, mir jedoch nichts versprechen könnte und mich, wenn er nicht durchkommt, an einem Roadhouse absetzen müsste, wo ich dann 24 Stunden auf den nächsten Bus warten müsste (wenn der es dann überhaupt durch schaffen würde). Das waren natürlich keine besonders rosigen Aussichten, aber es nicht einmal zu versuchen, erschien mir falsch. Nach einigen Minuten hatte ich dann den Busfahrer soweit, dass er mich im Fall der Fälle bis nach Noosa Heads zurück bringen würde, denn dort hätte ich wenigstens ein Bett zum Schlafen. Ich also rein in den Bus und stelle überrascht fest, dass außer mir, nur noch eine ältere Dame anwesend ist, die dann auch noch fünf Minuten später aussteigt. Damit war ich also der einzige Fahrgast^^
Nach einigen Malen, die wir wieder umkehren oder Umleitungen nehmen mussten, bekamen wir irgendwann eine Nachricht über Funk, dass der Straßenabschnitt, den wir nicht einmal vor einer halben Stunde passiert hatten, nun vollkommen unter Wasser steht und gesperrt wurde. Gleichzeitig haben wir (Gott sei dank!) erfahren, dass die Straßen vor uns, bis nach Hervey Bay frei waren! Ab da an ging es mir deutlich besser und wir sind sogar eine halbe Stunde zu früh angekommen.
Nach einer kurzen Nacht in Hervey Bay ging es gleich nach Fraser Island. Das ist die größte Sandinsel der Welt. Es folgten zwei Tage mit besonders guten Essen, tollen Fahrten am Strand, ein wenig Regen und vielen Gesprächen über das Thema „Wie komme ich aus Hervey Bay wieder weg"^^ Denn inzwischen drang die Neuigkeit zu uns durch, dass nicht nur die Straßen in Richtung Norden dauerhaft gesperrt sind, sondern auch die in Richtung Süden. Bildlich gesprochen standen wir mit unseren Füßen zwar nicht im Wasser, aber wir waren mitten in der Mitte eingesperrt.
Zunächst ging es aber erst mal planmäßig zurück ins Hostel in Hervey Bay. Gerüchte besagten, dass man eine Fähre um Rockhampton herum nehmen könnte, um in Richtung Norden zu fahren, das sollte 110 Dollar kosten, die ich gern bezahlt hätte, um meinen Segeltörn zu den Whitsundays nicht zu verpassen. Es gab nur zwei Probleme. 1. war diese Fähre nur für Besitzer eines Buspasses von Greyhound (ich bin mit Premier gefahren, einer anderen Firma, da alle Plätze bei meinem ersten Trip im Greyhound besetzt waren - ja, das hat mich in diesem Moment tierisch geärgert, denn noch extra einen Greyhoundbuspass zu kaufen, wäre einfach nur teuer gewesen) und 2. wäre ich auch mit der Fähre nicht mehr pünktlich angekommen, denn fragt mich nicht warum, aber man musste eine Nacht irgendwo in irgendeinem Hostel verbringen und das wäre genau eine Nacht zu viel gewesen). Fliegen kam nicht in Frage, denn eine Verbindung gab es nicht. Ich hatte also keine Wahl und wollte wenigstens versuchen das in diese Tour investierte Geld zu retten, das gebuchte Datum auf Märt oder so zu verschieben und dann rechtzeitig zu canceln. Das Ding dabei war nur, dass man so etwas drei Tage eher machen muss, ich zu dem Zeitpunkt ja aber noch gar nicht wusste, dass ich es nicht bis nach Airlie Beach (von da aus startet man zu den Whitsundays) schaffe. Ach das war ärgerlich, aber was soll's.
War ich am Anfang noch total glücklich in Hervey Bay angekommen zu sein, war es nach fast einer Woche geringfügig anders. Die Stadt ist nicht sehr groß und es hat des Öfteren geregnet, sodass man nicht viel machen konnte bzw. schon Alles gemacht hatte^^ Mit mir waren im gesamten Hostel vielleicht noch 8 Gäste und so kannte man ziemlich schnell jeden Gast und der Personal, denn auf Grund der gesperrten Straßen kam ja keiner weg und auch niemand Neues an.
Vor lauter Panik es nicht rechtzeitig nach Cairns zu schaffen, wo mein Fallschirmsprung, das Great Barrier Reef und Cape Tribulation auf mich warteten, habe ich schnell einen Flug gebucht. Einen Tag vor der eigentlich Abfahrt, habe ich dann erfahren, dass die Straßen bis nach Cairns wieder offen sind. Ich hatte also fast 200 Euro für einen Inlandsflug völlig umsonst ausgegeben. Fragt mich nicht wie oder warum, aber ich kam mit einer Frau im Supermarkt ins Gespräch und die erzählte mir, dass ihr Sohn etwas ähnliches passiert sei. Er habe auch einen Flug mit Quantas gebucht, weil die Straßen halt gesperrt waren, hat angerufen, den Flug gecancelt und hat sein ganzes Geld zurück bekommen. Das war super, also habe ich auch bei Quantas angerufen und nachdem ich fast 25 Minuten in der Warteschleife hing, habe ich endlich die erleichterte Nachricht erhalten, dass es auch bei mir kein Problem sein sollte. Auf das Geld warte ich nach fast zwei Wochen zwar immer noch aber da hier heute (26.01.) Nationalfeiertag ist, bezweifle ich heute irgendwen zu erreichen.
Es ging also wieder mit dem Bus nach Cairns. Da ich nicht in Airlie Beach halten würde, hatte ich eine Fahrt von 23 Stunden vor mir und erstaunlicher Weise war es gar nicht so schlimm wie es sich anhört. Ich denke, ich habe ca. 16 Stunden davon geschlafen.
Cairns liegt in den Tropen und die Luftfeuchtigkeit und er ständige Regen (obwohl ich den ja inzwischen gewöhnt sein sollte^^) haben schon genervt. Zum Glück war am Vormittag meines ersten ganzes Tages noch ganz gutes Wetter, nur ein paar Wolken mehr nicht. Denn an diesem Morgen sollte ich aus einem Flugzeug springen! Ich wurde abgeholt und erst mal ins Büro gebracht, wo schon einige andere warteten. Nach einigen Formalien (z.B.: Wer soll im Notfall benachrichtigt werden (das bezog sich nicht darauf, dass der Fallschirm nicht aufgeht, viel mehr, dass das Flugzeug vielleicht abstürzt^^) und weiteren Warten ging es endlich los. Mit mir sind sieben andere gesprungen und Angst hatte ich keine, bis ich im Flugzeug saß und die ersten bei einer Höhe von 11.000 Feet gesprungen sind. Als die Tür aufging und die raus sind, dachte ich nur „Oh mein Gott, Alicia, was tust du hier!? Du wirst sterben und du hast dafür auch noch Geld bezahlt!"^^ Na ja, ich war die letzte die springen sollte und durfte daher allen anderen dabei zugucken wie sie gesprungen sind. Als ich schließlich an der Reihe war, fragte mich mein Guide (also DJ, mit dem ich gesprungen bin) ob ich bereit sei, und da wir da in 14.000 Feet Höhe bei offener Tür saßen, mitten in einer Wolke, konnte ich ja schlecht sagen, „Ähhh nee". Oh man Leute, also falls ihr das noch nichtgemacht habt, müsst ihr es unbedingt ausprobieren! Ein unglaubliches Gefühl!
Am nächsten Tag ging es dann nicht wieder in die Höhe, sondern statt dessen in die Tiefe. Ich bin für einen Tag raus zum Great Barrier Reef gefahren, war dort Schnorcheln und Tauchen. Das Wasser war super warm und die Aussichten unter Wasser wirklich toll. Leider habe ich weder Haie noch eine der großen Schildkröten gesehen, aber ich glaube, bei dem Hai bin ich gar nicht so traurig drüber^^ Das Wetter hier draußen war ausnahmsweise mal großartig und weil mein Hintern beim Schnorcheln immer aus dem Wasser geguckt hat^^, hatte ich genau um den herum einen schönen Sonnenbrandt (der nach zwei Tagen verschwunden und durch eine schöne Bräune ersetzt wurde *höhö*). Als wir dann am späten Nachmittag in den Hafen eingelaufen sind, hat es natürlich wieder geregnet wie nichts Gutes…
Nach einer weitere Nacht im Hostel ging es dann für eine hoch ins Cape Tribulation, das nördlich von Cairns ist und mitten im Regenwald liegt. Der Regen hier hat mich nicht so angepisst, wie überall sonst, denn es war so furchtbar warm und die Luftfeuchtigkeit so hoch, dass der Regen schon fast angenehm war.
In Cairns habe ich danach nur noch eine Nacht verbracht und leider kaum was von der Stadt selbst gesehen, denn durch den ständigen Regen war es kaum möglich irgendwo hin zugehen L
Mitten in der Nacht am letzten Samstag kam ich dann in Melbourne an und wie versprochen haben mich Aida und Ali (Freunde, die ich in Afrika kennen gelernt habe) abgeholt. Bis zu meinem Abflug nach Sydney und von da aus direkt nach Buenos Aires, bleibe ich dann bei Aida. Melbourne ist echt schön und es ist herrlich nicht in einem Hotel oder Hostel zu schlafen. Die letzten Tage waren wir ein wenig Sightseeing in der Stadt und im Zoo, wo ich dann endlich Koalas und Kängurus gesehen habe ;)
Heute ist hier wie schon erwähnt Australian Day, was bedeutet, dass hier jeder Grillt und viel Bier trinkt^^ Leider ist es etwas kühl, aber davon lassen wir uns nicht abschrecken J
Liebe Grüße aus Melbourne,
Alicia
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